immoflash

Vom Bergschuh zum Investmentportal

Zum Querdenken animieren - das ist das Ziel, das sich die re.comm stets gesetzt hat. In manchen Fällen hat die Veranstaltung sogar zu einem konkreten Projekt geführt, das auch realisiert wurde.

Autor: Charles Steiner

Vier Jahre ist es mittlerweile her, als Karl Derfler bei der re.comm im mondänen Tiroler Ort Kitzbühel einem besonderen Vortrag zuhörte. Damals sprach Johann Füller, Professor für Strategic Management & Tourism, über ein Portal, wo Kunden Inputs für Bergschuhe liefern konnten - und besagte Schuhe nach den Wünschen derselben gestaltet werden könnten. In Derfler keimte indes eine Idee heran. "Solche Inputs", sagt er, "kann man sich doch auch für die Immobilienwirtschaft denken."

Was aus der Idee wurde

Vier Jahre später, im Frühling, eine Pressekonferenz in einem Büro, im ersten Bezirk Wiens gelegen. Eine Entourage von Journalisten hat Platz genommen, Derfler und seine Partner Herbert Logar und Franz Helbich präsentieren unter dem Name "Adeqat" eine neue Plattform für Investoren. Mit dieser könne man, so Derfler vor Journalisten, in Echtzeit erfahren, welche Objekte gerade am Markt sind, was sie kosten - und das natürlich mit der gebotenen Diskretion. Family Offices und Privatinvestoren wollen gerne unerkannt bleiben - und das hatte vor dem Launch der Adeqat-Plattform zur Folge, dass auch die Preisfindung bislang aufgrund der Diskretion wenig transparent war, wie Herbert Logar vor den Medien erklärte. Das könne durch diese Plattform gut abgefedert werden. Wenig später, die Journalisten labten sich bereits am reichhaltigen Buffet, eine Unterhaltung mit Derfler. "Wussten Sie, dass die Idee dieser Plattform eigentlich auf der re.comm entstanden ist?", sagte er. Und damit schließt sich der Kreis. Wir wollten mehr wissen, riefen Derfler wenige Wochen nach der Pressekonferenz an und fragten, welcher Input konkret dafür verantwortlich war, eine Investorenplattform zu launchen, die einerseits Diskretion und andererseits Transparenz miteinander vereint. "Es stimmt", sagt Derfler. "Bei dem Vortrag kam die Idee, dass Inputs von Kunden wesentlich sind. Auch wenn sie Diskretion sehr schätzen. Deshalb haben wir die Möglichkeit eingebaut, mittels einer Soundingfunktion anonyme Preissignale von echten Investoren einzuholen", erzählt Derfler. Danach folgte harte Arbeit. "Zunächst mussten wir alle bestehenden Kunden in die Datenbank eintragen, um überhaupt Leute zu haben, die die Plattform auch sinnvoll nutzbar machen. Die mussten alle händisch eingegeben werden. Mittlerweile hat die Plattform Adeqat rund 450 Investoren - Privatpersonen, institutionelle Investoren und Stiftungen - gelistet, der Kundenstock sei über 30 Jahre lang gewachsen, damals noch über Derfler Helbich, aus dem Adeqat gegründet wurde. Aufgenommen werden dabei nur Investitionsobjekte ab 1,5 Millionen Euro aufwärts. Derflers Fazit zur re.comm: "Sie ist jeden Euro wert, man hat einen Mehrwert davon."

Auch füt Mitarbeiter interessant

Generell hat die re.comm ein sehr gutes Standing in der Immobilienwirtschaft. Manche schicken sogar mehrere Mitarbeiter, um ihnen neue Inputs zu gewähren. Einer davon ist Michael Ehlmaier, geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien: "Jedes Jahr schicke ich an die sieben Führungskräfte zur re.comm, damit sie neue Impulse für ihre Arbeit bekommen." Er sehe die re.comm weniger als reine Netzwerkveranstaltung oder Branchentreff, sondern vielmehr als ein Forum, das die Gedankenwelt positiv zu verändern vermag. Ob sich da bei ihm auch schon ein konkretes Projekt durch die Inputs ergeben hat? "Bestimmt sogar", sagt Ehlmaier. "Diese Inputs lassen sich aber nicht einem konkreten Projekt zuordnen." Immer wieder gebe es neue Ideen für die tägliche Arbeit, die sicher von Inputs aus der re.comm stammen, erzählt der EHL-Chef. "Durch die Veränderung der Gedankenwelten haben wir uns sicherlich breiter aufstellen können und sind zu dem geworden, was wir jetzt sind."

Zahlreiche Top-Speaker

Im Spätherbst ist es dann wieder soweit: Vom 22. bis 24. November wird der Branchen-Think Tank erneut mit zahlreichen Top-Speakern aufwarten und wohl den einen oder anderen Branchenprofi beflügeln. Und wer weiß - vielleicht ergibt sich ja das eine oder andere neue Projekt, das die Schlagkräftigkeit der Branche im Bereich Innovationen unter Beweis stellt. Denn eines ist für die Teilnehmer klar: "Rethinking the Real Estate Business", also das Leitmotto der re.comm, ist in Zeiten wie diesen unerlässlich. Und da sind Scheuklappen fehl am Platz. Man darf also gespannt sein, welche neuen Ideen oder Projekte die re.comm-Teilnehmer aus dem Hut ziehen werden. Eines ist aber sicher: Die tägliche Arbeit im Immobilienbusiness wird durch andere, neue Impulse sicher leichter.

re.comm 2017 - rethinking the real estate business

Die re.comm 2017 gibt es seit 2012 und soll der Immobilienbranche Inputs für ihre tägliche Arbeit geben - und zwar mit neuen Ideen, jenseits des Tagesgeschäfts. Die re.comm sieht sich dabei als Marktplatz für Visionen und neue Perspektiven. Der Think Tank beschäftigt sich mit Themenbereichen wie aktueller Politik, internationalen Krisen, Wirtschaft, Finanzen, Religion, Kunst, Wissenschaft, Erneuerbare Energien, Globalisierung, uvm. Die diesjährige re.comm 2017 findet vom 22. bis 24. November inm Kongresscenter in Kitzbühel statt. Unter den Teilnehmern finden sich - wie jedes Jahr - zahlreiche Top-Vertreter aus der heimischen Immobilienwirtschaft. Unter den Referenten finden sich der Zukunftsforscher José Luis Cordeiro, der britische Politiker und EU-Gegner Nigel Farage, der Avantgarde-Künstler und Cyborg-Aktivist Neil Harbisson sowie die Ökonomin Mariana Mazzucato und der Professor für Materialchemie am MIT, Donald R. Sadoway. Weitere Referenten werden noch folgen, elf werden es insgesamt sein.
Tickets sind in der Regel schnell ausverkauft. Informationen zu den Speakern und zu Tickets finden Sie unter www.recomm.eu.

Weitere Artikel

  • » Platz für die Wissenschaft – Eine Branche, die so groß und in ihren Ausprägungen ... mehr >
  • » 3,8 Milliarden Jahre Forschung und Entwicklung – Der britische Architekt Michael ... mehr >
  • » Büro zum Tag: dicke Luft – Mehr als 360 Büros wurden bei einer österreichweiten Erhebung ... mehr >