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Von Immoblase weit entfernt

Nationalbank gibt Entwarnung

Autor: Gerhard Rodler

Euroapweit werden schon wieder die Alarmglocken geläutet: Der Immobilienmarkt droht zu überhitzen, eine Blase könnte bald wieder entstehen und dann wieder mit Folgen wie 2006/2007 platzen. Zumindest für Österreich hat die Österreichische Nationalbank gestern Nachmittag mit deutlichen Worten Entwarnung gegeben. Immobilienkredite seien, so die ÖNB in einer Presseinformation, jedenfalls in Österreich sehr gut besichert, zudem machen Immobilienkredite nur etwas mehr als ein Viertel aller Kreditausleihungen in Österreich aus.

Zum Vergleich: in Schweden sind es 65 Prozent, in den Niederlanden 62 Prozent. Hintergrund ist, dass Österreich nach wie vor eher ein Land der Wohnungsmieter ist. In Wien beispielsweise leben nur 18 Prozent in den eigenen vier Wänden, alle anderen mieten. Zudem sind die Immobilienkredite in Österreich sehr konservativ besichert, hierzulande liegt das Verhältnis der Hypothekarkredite zur Eigenmittelausstattung bei 165 Prozent, in den Niederlanden und Schweden hingegen bei 639 bzw. 641 Prozent. In Österreich sind daher auch nur 1,9 Prozent der Kredite „faul“.

Dazu kommt, dass der Bedarf, speziell in Wien an Wohnbau nach wie vor extrem groß ist. Seit dem 2. Halbjahr 2014 steigt der Wohnbau in Österreich, im ersten Quartal 2016 hat es bei den Baubewilligungen für Wohnungen österreichweit ein Plus von 21 Prozent gegeben, in Wien sogar einen Anstieg um 57 Prozent. Damit kann die weiter wachsende Nachfrage aber immer noch nicht wirklich gedeckt werden.