immoflash

Vonovia schielt nach Frankreich

Markt in Paris drei Mal so groß wie deutsche Big-8

Autor: Charles Steiner

Für die Vonovia wird der französische Markt immer interessanter. Der deutsche Wohnimmobilienkonzern und Buwog-Mutter sieht vor allem in der Metropolregion wesentlich höhere Wachstumschancen als etwa in Deutschland und Österreich. Bei einem Gespräch der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf gestern Abend erklärte CEO Rolf Buch, dass es auf dem europäischen Kontinent eine Region gäbe, die heraussticht - „das ist Paris und Umgebung“. Dort sei der Markt dreimal so groß wie die acht größten deutschen Städte zusammen. Für den Eintritt in den Markt sei allerdings eine Gesetzesänderung notwendig, Buch rechnet damit, dass diese über kurz oder lang auch kommen werde. Derzeit fielen nämlich großvolumige Wohnbauentwicklungen, auf die die Vonovia spezialisiert ist, in Frankreich grundsätzlich in die Gemeinnützigkeit, wie eine immoflash-Anfrage ergeben hatte. Einen Fuß in der Angel hat die Vonovia in Frankreich bereits - wie der immoflash vor zwei Jahren berichtete, hatte der Konzern einen Partnerschaftsvertrag mit der französischen Groupe SNI unterzeichnet. Darin sind beide Unternehmen übereingekommen, ihr „jeweiliges Know-how und Marktwissen zusammenzuführen und gemeinsame Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren“, hieß es damals. Dieser Vertrag ist auf immoflash-Anfrage nach wie vor aufrecht.

Überdies sieht Buch, wie er gestern Abend sagte, durchaus Chancen für weitere Zukäufe. Es gäbe kein Gesetz, das sagt, mehr als 400.000 Wohnungen zu haben, so der Manager. Die Vonovia verweist - auch durch den Zukauf von Buwog, Conwert und der schwedischen Victoria Park - auf 400.000 Wohneinheiten, 350.000 davon entfallen auf Deutschland, der Rest auf Österreich und Schweden. Allerdings seien die Preise in Deutschland mittlerweile zu hoch, der schwedische Markt erscheine attraktiver.

Auf den geplanten Mietendeckel in Berlin angesprochen, ließ Buch offen, ob er dagegen klagen wird. Das Berliner Portfolio umfasst nur ein Zehntel des Vonovia-Pakets, weswegen die Auswirkungen überschaubar seien. Generell hält er von diesem Gesetzesvorschlag nichts. Ein Mietenstopp, so Buch, wäre so, wie wenn man bei einem Mangel an Brot den Brotpreis reduziere. Für sozial Schwache würde die Deckelung gar nichts bringen. Grundproblem in Berlin sei zu wenig Wohnraum, dabei gäbe es genügend Flächen, sie zu bebauen.