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Vorwarnstufe am Immomarkt

Risiken stärker ins Blickfeld

Autor: Gerhard Rodler

Bedingt durch politische Konflikte und andere Risikofaktoren trüben sich die Konjunkturaussichten in unseren Breiten gerade spürbar ein. Aus deutscher Perspektive handelt es sich hierbei lediglich um einen kleinen Dämpfer in einem ansonsten gesunden wirtschaftlichen Umfeld. Bleiben die Belastungsfaktoren – darunter die Krisen in der Ukraine und in Nahost – jedoch bestehen, ist auch ein länger anhaltender konjunktureller Abschwung ein denkbares Entwicklungsszenario. Den möglichen Folgen eines solchen Szenarios für die Immobilienmärkte geht Savills in einer heute veröffentlichten Analyse nach.

„Die gute Nachricht: Immobilien würden gegenüber anderen Anlageklassen nochmals an Attraktivität gewinnen. Zudem würde die Risikoaversion voraussichtlich wieder steigen, so dass Core-Immobilien und Immobilien in Deutschland in der Anlegergunst weiter zulegen würden“, ist Andreas Wende, COO und Head of Investment bei Savills Deutschland, überzeugt. An den hiesigen Vermietungsmärkten wäre im Falle eines längeren konjunkturellen Abschwungs insgesamt mit einem Nachfragerückgang zu rechnen, wobei die Einzelhandelsmärkte am wenigsten, die Bürovermietungsmärkte am stärksten betroffen wären. „Im Großen und Ganzen dürften die deutschen Büromärkte mit einer nachlassenden Nachfrage aber gut zurechtkommen, da die Bau- und Projektentwicklungsaktivität trotz jüngster Anstiege immer noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ist“, so Marcus Mornhart, Managing Director und Head of Office Agency bei Savills Deutschland. Trotzdem wäre zumindest mit einem deutlich langsameren Leerstandsabbau als in den vergangenen Jahren und in der Folge einem geringeren Mietwachstum zu rechnen.

Das Zusammenwirken aus gestiegener Investorennachfrage nach (Core-)-Immobilien auf der einen und schwächerer Vermietungsperformance auf der anderen Seite würde dazu führen, dass sich der Investmentmarkt noch weiter von den Fundamentaldaten entfernte. Dieser war den Vermietungsmärkten bereits in den vergangenen Jahren vorausgelaufen. „Noch ist das Szenario einer längerfristigen konjunkturellen Eintrübung nicht eingetreten – die Immobilienmarktakteure sollten die mit einer solchen Entwicklung verbundenen Chancen und Risiken aber im Blick haben“, empfiehlt Matthias Pink, bei Savills verantwortlich für das Research in Deutschland. „Umso besser sind sie vorbereitet, sollte sich der Abschwung verfestigen“, so Pink. In Österreich ist Savills durch EHL vertreten.