immoflash

Wahrer Run auf deutsche Wohnimmobilien

Erstes Halbjahr brachte zweitbestes Ergebnis

Autor: Charles Steiner

Nicht nur in Österreich haben während des Corona-Lockdown Wohnimmobilien ihr volles Potenzial entfaltet, sondern auch in Deutschland. Mehr noch: Während des ersten Halbjahres konnte der deutsche Wohninvestmentmarkt (ab 30 Wohneinheiten) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um gut 80 Prozent auf rund 12,7 Milliarden Euro zulegen, so eine aktuelle Analyse von BNP Paribas Real Estate. Damit sei in dieser Assetklasse das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten erzielt worden. Denn: Allein im zweiten Quartal, in dem der Lockdown und die Kontaktbeschränkungen voll wirksam waren, wurden immerhin 3,35 Mrd. Euro umgesetzt, was laut BNP Paribas Real Estate das beste Ergebnis der vergangenen fünf Jahre markiert und auch den langjährigen Schnitt übertrifft.

Wesentlich zu dem Ergebnis beigetragen habe dabei die Übernahme der Adler Real Estate durch die Ado Properties, auf die knapp die Hälfte des Resultats entfällt. Dass Großabschlüsse das Transaktionsvolumen erheblich beeinflussen, sei aber keine Besonderheit des laufenden Jahres. Beispiele dafür sind etwa der Gagfah Deal in Q1 2015 oder auch die Übernahme der österreichischen Buwog in Q1 2017. Unabhängig davon war aber vor allem auch im kleinteiligen und mittelgroßen Marktsegment viel Bewegung zu beobachten. Insgesamt wurden mit Deals bis 100 Millionen Euro im ersten Halbjahr knapp 4 Milliarden Euro umgesetzt, was einer Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch in diesem Marktsegment wurde der Schnitt der letzten fünf Jahre trotz Corona leicht überschritten. Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Co-Head Residential Investment: „Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen deutlich, dass auf den Wohnungsmärkten der Nachfrageüberhang grundsätzlich weiter Bestand hat und Wohnimmobilien demzufolge stark im Blickpunkt der Anleger stehen. Hinzu kommt, dass die Cashflows sehr stabil und das Risiko größerer Mietausfälle erheblich geringer ist als bei gewerblichen Immobilien. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass die Kaufpreise sich trotz Corona-Pandemie und vereinzelter regulatorischer Restriktionen des Gesetzgebers stabil zeigen. An dieser Situation wird sich auch im weiteren Jahresverlauf nichts ändern. Für das Gesamtjahr liegt ein Investmentumsatz von über 20 Milliarden Euro durchaus im Bereich des Möglichen.“