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Warnung vor Immopreisblase

Weiter Überhitzung in Wien und Salzburg

Autor: Gerhard Rodler

Droht Österreich eine Immobilienblase? Diese Frage flammt angesichts der Immobilienpreisentwicklung in der öffentlichen Diskussion immer wieder auf. Zuletzt hat das österreichische Wirtschaftsministerium einen Index als Frühwarnsystem ins Leben gerufen, ebenso wie der Internationale Währungsfonds (IWF). Der aktuelle Bubble-Indikator von ImmobilienScout24 bestätigt die Tendenz der steigenden Preise im Eigentumssegment.

Einen signifikanten Gap zwischen Miet- und Eigentumspreisen kann man in der Entwicklung seit 2006 in Wien mit 68 und Salzburg mit 55 Indexpunkten beobachten. Auf Basis von Zahlenerhebungen von IMMOBILIEN.NET, hat ImmobilienScout24 im August 2014 die Miet- und Eigentumspreisentwicklung für die österreichischen Landeshauptstädte von 2006 bis einschließlich erstes Halbjahr 2014 analysiert. Fazit: In den meisten Landeshauptstädten, mit Ausnahme von Wien und Salzburg, driften Eigentums- und Mietpreisentwicklung nicht ausgesprochen stark auseinander.

In Wien etwa lässt sich bis 2009 annähernd eine Parallelentwicklung beobachten, aber seither klafft die „Schere“ mit derzeit 68 Prozentpunkten zwischen Eigentum und Miete immer stärker auseinander. Auch wenn aktuell eine gewisse Beruhigung eingetreten ist, beträgt der Index-Abstand im 1. Bezirk derzeit beeindruckende 100 Prozentpunkte.

Klarer Ausreißer ist auch Salzburg: Hier ist die Schere zwischen Eigentums- und Mietpreisen vor allem seit 2009 aufgegangen. Der Umstand, dass der Index-Abstand zwischen Miet- und Eigentumspreisen bei 55 Punkten liegt, gibt auf alle Fälle Anlass, hellhörig zu werden.

Auch in einigen anderen Landeshauptstädten lässt sich eine Tendenz erkennen, dass sich die Eigentumspreise von den Mietpreisen abkoppeln. In Graz, Linz und Bregenz ist ein stärkeres Auseinanderdriften seit Anfang 2013 zu beobachten. In Klagenfurt gehen die Preise bereits seit 2011 auseinander, hier aber vorwiegend aufgrund fallender Mietpreise.

Der Bubble-Indikator von ImmobilienScout24 basiert auf dem Zusammenhang von Miet- und Kaufpreisen. Entwickeln sich diese in einer Region identisch, blieben die Mietrenditen für Käufer stabil. Steigen die Kaufpreise jedoch deutlich stärker als die Mieten, kann dies ein Hinweis auf eine mögliche Überhitzung sein. In jedem Fall müssen Immobilienkäufer in einer solchen Situation mit sinkenden Mietrenditen rechnen.

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Kommentare

Weinberger | 16.09.2014 17:14

In Anbetracht der hohen Eigenkapitalanteile frage ich mich, wo die Blase sein soll. Sinkende Renditen aufgrund sinkender Mieten sind für viele Investoren eher verkraftbar, als die negativ Verzinsung am Sparbuch...

Tagträumer | 16.09.2014 14:51

4.000 neuen Wohnungen stehen 22.000 Zuzügler gegenüber - wem wunderst das da die Preise so steigen... Die Miete sollte 1/3 des Einkommens nicht übersteigen und die Einkommen der Bevölkerung stagnieren - wie sollen dann die Mieten steigen?