Immobilien Magazin

Warum USA für Investoren interessant werden

Gute Objekte in guten Lagen zu finden, wird in der EU immer schwieriger - und teurer. Einige Investoren lugen bereits in die Vereinigten Staaten. Dort geraten zunehmend die 18h-Städte in den Fokus.

Autor: Charles Steiner

Der Immobilienboom ist ungebrochen - nach wie vor wird von der EZB viel billiges Geld in den Markt gespült - und dieses sucht Beton, da Immobilien immer noch über Staatsanleihen rentieren und der Anlagedruck von vielen institutionellen Investoren relativ hoch ist. Allerdings werden gute Immobilien in guten Lagen rar. Viele Investoren sehen sich bereits in den Secondaries um, einige wagen mittlerweile den Sprung über den großen Teich.

Bei einem exklusiven Hintergrundgespräch mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter der US Treuhand, Thomas Gütle, erklärte dieser, dass nicht wenige Investoren Möglichkeiten in den Vereinigten Staaten ausloten würden. Es seien sogar welche aus Österreich dabei, welche das sind und in welcher Größenordnung die operieren, das verriet er allerdings nicht. Nur, dass der Interessentenkreis für dieses Land immer größer wird. Schließlich ist fraglich, wann in Europa der Einbruch des Immobilienbooms einsetzen könnte, viele würden nach passenden Diversifikationsstrategien suchen, da die Märkte zwischen Europa und den USA nicht allzustark korrelieren würden.

Der Grund dafür ist einfach, wie Gütle erläutert. "Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent aber einem enormen Bevölkerungswachstum von zwei Millionen pro Jahr und einem sehr liquiden Immobilienmarkt", so Gütle, der das Transaktionsvolumen des Vorjahres mit 470 Milliarden US-Dollar (396,7 Milliarden Euro) beziffert. Zudem seien die USA mit einem Anteil von 25 Prozent weltweit der größte Immobilienmarkt der Welt. Obwohl: Metropolen wie New York. LA oder San Francisco seien mittlerweile zu teuer. Aber: "Besonders in 18h-Cities wie Chicago, Austin oder Dallas - aber auch Las Vegas sind Investments sehr interessant und lukrativ", so Gütle. Die Costs of Doing Business seien hier für Unternehmen niedrig, die Lebensstandards aber sehr hoch.

Besonders Wohnimmobilien seien eine gute Investmentopportunity. Nach der Lehman-Pleite gäbe es 10 Millionen neuer Mieter in den Staaten, allerdings werden von den dortigen Developern nur Wohnungen im Premium-Segment realisiert. Bedarf an leistbarem Wohnraum sei aber vorhanden, weswegen Bestandswohnimmobilien durchaus gute Investments abgeben würden. Die Leerstandsquoten in diesen seien nämlich mit zwischen 4,2 und 5,3 Prozent sehr niedrig. Und im Gewerbebereich seien in den 18h-Metropolen Capable Rates von um die fünf Prozent (abzüglich Management- und Hedgingkosten) erzielbar. Da die FED die Zinsen nur leicht anhebt, gerieten die Renditen nur leicht unter Druck.

Zum aktuellen Präsidenten Donald Trump merkte er an, dass es aufgrund der US-amerikanischen Verfassung eine funktionierende Gewaltenteilung mit mehreren Backups gebe, die die Rechtsstaatlichkeit garantieren würden. Zudem sei der Immobilienmarkt dort extrem transparent: "Es gibt zu jedem Submarkt Studien, die nachvollziehbar sind", sagt Gütle.