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Wegweiser durch
die gläserne Decke

Der Frauenclub der Immobilienbranche setzt 2017 einen weiteren deutlichen Schritt in eine erfolgreiche weibliche Immo-Zukunft. Und zwar, indem die "alten" Häsinnen des Salon Real jungen Frauen im Rahmen des neu entworfenen Mentoring Programms mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Autor: Barbara Bartosek

Man erkennt es deutlich an den Gästen der Events, die jeden Monat in der Immobilienszene gehostet werden: It's a man's world. Auch noch im Jahr 2017. Nach wie vor bemerkt man bei Netzwerktreffen einen deutlichen Überhang an männlichen Teilnehmern. Dabei reüssieren sehr viele der "sichtbaren" Damen, die - in ganz unterschiedlichen Rollen - ihren Weg in die Arbeitswelt dieser Branche gefunden haben, durchwegs erfolgreich. Sie sind nur noch immer in der Minderzahl. Ob diese Unausgewogenheit nun im Allgemeinen gern geduldet ist oder doch viel eher bitter bemängelt wird, sei dahingestellt - es handelt sich jedenfalls um eine gewachsene Tatsache. Und diese Tatsache ist für den Salon Real Beweggrund gewesen, ein Mentoring-Programm ins Leben zu rufen, das sein Angebot speziell und exklusiv an Frauen aus den immobiliennahen Berufen richtet. Das Alter setzt dabei keine Grenzen - junge, engagierte Nachwuchskräfte sind ebenso gern gesehene Kandidatinnen wie vielversprechende Quereinsteigerinnen oder selbstbewusste Frauen auf dem Weg zur Immobilienunternehmensgründung. Das Programm wurde im Februar ausgeschickt, und das Clubsekretariat nimmt ab sofort die Bewerbungen entgegen. An dieser Stelle dürfen sich alle Leserinnen aufgefordert fühlen, über ihre eigene Teilnahme nachzudenken.

Wir wollen die Frauenförderung unternehmensübergreifend angehen.

Erfahrene Mentoren

Mit federführend bei der Ausgestaltung dieser Idee ist Karin Schmidt-Mitscher - nicht zuletzt wegen ihrer eigenen Erfahrungen, sowohl als mittlerweile erfahrene Mentorin als auch als Mentee in ihren Berufsanfängen bei der Creditanstalt im Bereich der Immobilienfinanzierung. Aktuell obliegt ihr seit September 2015 die Verantwortung für das gesamte Bank Austria Beteiligungsmanagement und die Konzernentwicklung, alle wichtigen Immobilienverkäufe gehen über ihren Tisch. Ihr Rückblick auf ihre berufliche Entwicklungsgeschichte bei der Bankengruppe ist ein sehr positiver - das Mentoring-Programm, das damals erstmalig gelauncht wurde, ist ein wichtiger Teil davon. Idee war hier ebenfalls die Frauenförderung im Unternehmen - allerdings waren damals ausschließlich Männer unter den Mentoren. "Besonders hilfreich sind diese Programme, wenn man als junge Mitarbeiterin einmal etwas brenzligere Fragen hat, die man in der Hierarchie nicht so einfach zu stellen wagt", so Schmidt-Mitscher über eine der Funktionen einer Mentoring-Beziehung. "Vom Mentor kann man in schwierigen Situationen Hilfe erwarten, ohne mit Konsequenzen wegen einer (gefühlt unangebrachten) Wissenslücke rechnen zu müssen oder sein Ansehen beim eigenen Vorgesetzten aufs Spiel gesetzt zu haben."

Vorstand als Matchmaker

Bis etwa Mitte April haben die Bewerberinnen Zeit, ihre Ansuchen einzubringen. Kurz vor Ostern wird sich der Vorstand zusammenfinden und als Matchmaker fungieren. Denn beim Matching wird es dann richtig interessant - hier wird entschieden, welche Damen einander zugeordnet werden, und so gut es geht sichergestellt, dass die Paare bestmöglich von der neuen beruflichen Beziehung profitieren können, insbesondere natürlich die Mentees. Den Bewerberinnen ist freigestellt, bereits mit einem Vorschlag bzw. einem Mentorinnenwunsch auf das Komitee zuzukommen - entschieden wird dann aber im Vorstand des Salon Real. Denn einerseits kann jede Mentorin nur eine Mentee annehmen und andererseits hat der Vorstand eine bessere Perspektive auf die Möglichkeiten, die sie durch einen gekonnten Match den Bewerberinnen bieten können. Es empfiehlt sich daher, die eigene Erwartungshaltung in das Bewerbungsschreiben aufzunehmen und die ganz persönlichen beruflichen Herausforderungen zu umreißen, die in den nächsten zwölf Monaten konkret zu meistern sein werden.

Hilfreich ist das Programm, wenn man als Frau brenzlige Fragen hat.

Kick-off im April

Als Startevent wird es einen Kick-off-Termin im April geben. Basis für die zwölf Monate andauernde Beziehung wird eine Art Vertrag sein, wo verschiedene Spielregeln zwischen den beiden Hälften des "Teams auf Zeit" festgeschrieben werden. Darunter fallen die Häufigkeit der Treffen, welche Art von Unterstützung gegeben wird, etwa auch in Form von Kontakten oder die Mitnahme zu diversen Events, genauso wie die Grundlagen der Vertraulichkeit und wer wofür verantwortlich ist. Vom Mentee wird nämlich in jedem Fall eine proaktive Herangehensweise erwartet - andererseits muss die Mentorin bereit sein, in einem vereinbarten Zeitrahmen auf etwaige Fragen oder Anliegen zu reagieren. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht aber zweifelsfrei die Sympathie - ohne diese wäre eine solche Beziehung von vornherein zum Scheitern verurteilt. Für die gesamte Dauer des Mentoring-Verhältnisses soll es Unterstützung durch die Vereinsorganisation geben, wenn es etwa Unklarheiten zum Umfang der Leistung gibt oder auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich tatsächlich eine unüberbrückbare Differenz zwischen Mentorin und Mentee herauskristallisieren sollte. Rahmengebend werden aller Voraussicht nach ein Halbjahrestreffen und eine Abschlussveranstaltung organisiert - dieser Punkt soll aber bis zum Startevent noch feingetunt werden. Grundsätzlich ist das Programm allerdings nicht als Eintrittskarte in den Salon Real zu betrachten; das sei nicht Sinn und Zweck, denn dort findet sich ganz im Sinne eines "Salons" wirklich die Elite, was Branchenerfahrung und Track Record anbelangt - nicht unbedingt ein persönliches Berufsszenario, das für die Newcomerinnen nach einem Jahr Mentoring sehr wahrscheinlich zu erreichen sein wird. Ein richtiger Schritt in diese Richtung kann es aber allemal sein.

Die Spannung steigt

Die Mitglieder des Salon Real sind jedenfalls bereits sehr gespannt, was sie in diesem allerersten Durchgang des Mentoring-Programms erwartet. Schmidt-Mitscher sieht großes Potenzial in dem Konzept: "Besonders spannend daran ist das unternehmensübergreifende Element, und ich bin auch schon sehr neugierig auf unsere eignen Lerneffekte. So eine Beziehung darf ja auch nie ausschließlich one-way sein, sonst fühlt sich eine Seite ausgenutzt. Wir werden das Programm auf Basis unserer Erfahrungswerte weiterspinnen und denken auch über "Reverse Mentoring" nach - eine Idee, um sich auch einmal von der Jugend etwas abschauen zu können, wie zum Beispiel die natürlich gewachsenen Skills im Umgang mit dem Web 2.0." Aber fürs Erste stehen natürlich die Interessen der hoffentlich zukünftigen weiblichen Immobilienelite im Zentrum - vielleicht ein Startpunkt für so manche Erfolgsgeschichte, von der in einigen Jahren hier zu lesen sein wird. Wir wünschen viel Erfolg!

Mentoring - Erfolg durch Lernen

Der Salon Real, ein Netzwerk von weib- lichen Immobilienprofis, hat ein Mento- ring-Programm ins Leben gerufen, bei dem junge Berufseinsteigerinnen maßgebliche Unterstützung von erfahrenen Mitgliedern erhalten. Das Prozedere läuft so ab, dass nur eine Mentorin pro Mentee auftritt. Dem geht ein Matching voran, bei dem, je nach immobilienspezifischem Fachgebiet, die passende Mentorin der jeweiligen Be- werberin zur Seite gestellt wird. Im April wird es dazu ein Kick-off geben, die Mentorin soll dann ihrem Schützling ein Jahr lang zur Seite stehen. Für das Mentoring-Programm ist aufseiten der Berufseinsteigerinnen keine Mitgliedschaft erforderlich.

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