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Welcher Hotelmarkt hat Nase vorn?

Innsbruck auf Platz 1 im Städtevergleich

Autor: Gerhard Rodler

Wien. Rekorde über Rekorde – die heimische Tourismuswirtschaft legt alljährlich deutlich zu. Wohin geht der Trend? Wohin geht die Reise von Investoren, die sich in Hotels engagieren? Fließen die Investitionen nach dem Boom der Hotelneubauten in der Bundeshauptstadt nun in die Bundesländer und deren attraktive Städte? Der Hotelimmobilienspezialist Christie + Co beleuchtet in einem komprimierten Überblick die Entwicklungstrends der fünf Hotel-Kernmärkte: Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz.

Mit 133 Millionen Nächtigungen zählt Österreich zu den beliebtesten Reisezielen weltweit. Fast zwei Drittel davon verzeichnen dabei die Hotels unterschiedlicher Kategorien. Damit untermauert die Hotellerie ihre Bedeutung für die nationale und regionale Wirtschaft eindrucksvoll. Die rund 13.000 österreichischen Hotels stellen mit insgesamt 600.000 Betten über 70 Prozent der Gesamtkapazität aller Beherbergungsbetriebe Österreichs und bilden so das Rückgrat des heimischen Tourismus.

Die Rekordnachrichten aus der Bundeshauptstadt Wien scheinen sich von Jahr zu Jahr förmlich zu überschlagen. Im Jahr 2013 wurde mit 11,6 Millionen Hotelnächtigungen erneut ein Spitzenwert erreicht. Gleichzeitig stieg aber auch das Zimmerangebot stark an, so dass Investoren und Betreiber inzwischen mit neuen Standorten und Investitionen in ausgewählten Landeshauptstädten liebäugeln.

Im Hinblick auf den Städtetourismus ist Wien die unangefochten beliebteste Städtedestination Österreichs. Neben Wien gibt es aber, wenn auch mit weit weniger Hotelnächtigungen, einige Landeshauptstädte, die für in- und ausländische Touristen attraktiv sind und als regionale Zentren in Bezug auf Wirtschaft, Politik und Kultur eine herausragende Bedeutung haben. Auch wenn diese Hotelmärkte „nur“ maximal ein Viertel der Nächtigungen Wiens verzeichnen, hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage mancherorts „gesünder entwickelt als in Wien“, sagt Christie-Österreichs Geschäftsführer Lukas Hochedlinger. Die wesentlichen Erkenntnisse des von Christie + Co initiierten Städtevergleichs erbrachten einige interessante Fakten:

- In den fünf untersuchten Städten Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz nahm die Nachfrage (Nächtigungen) innerhalb der letzten zehn Jahre zu, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Während Wien bei den Nächtigungen um mehr als die Hälfte zulegte, stieg die Nachfrage in Innsbruck 2013 im 10-Jahres-Vergleich zu 2004 „nur“ um 27 Prozent. Die geringsten Nachfrageschwankungen zeigte grundsätzlich Wien, in den Landeshauptstädten führten Einmalereignisse wie das Mozart- oder Kulturhauptstadtjahr unmittelbar zu starken Aufwärtsbewegungen.

- Gleichzeitig kam es in den untersuchten Städten aber auch zu einem Angebotszuwachs. Den im Schnitt stärksten Zuwachs an Zimmern pro Jahr gab es in Wien, gefolgt von Graz und Salzburg; das geringste Angebotswachstum wurde in Linz und Innsbruck verzeichnet.

- Wenn auch alle Städte im Vergleich der letzten zehn Jahre eine generell gesunde Entwicklung zeigen und die Nachfrage (Nächtigungen) stärker anstieg als das Zimmer- bzw. Bettenangebot, schneidet Wien doch am schlechtesten ab. Die beste Performance zeigt Innsbruck, gefolgt von Linz und Graz. „Aufgrund der weiterhin geplanten Hotelprojekte in Wien wird sich dieses Missverhältnis mittelfristig wohl noch stärker ausprägen“, schätzt Lukas Hochedlinger.