Immobilien Magazin

Weniger Großdeals in Österreich

Österreich gilt auch 2019 als attraktiver Standort für Immobilien-Investitionen, jedoch mit leichten Rückgängen gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt 84 Prozent der befragten Anleger aus dem Inland schätzen den heimischen Markt heuer als attraktiv bis sehr attraktiv ein, im vergangenen Jahr waren es noch 97 Prozent. Der Blick europäischer Investoren auf den österreichischen Markt fällt jedoch positiver als im Vorjahr aus: Für 87 Prozent ist der Standort Österreich attraktiv bzw. sehr attraktiv, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2018.

Autor: Gerhard Rodler

Das sind Ergebnisse des Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt 2019 der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür wurden rund 50 Immobilieninvestoren befragt, die in den vergangenen Jahren am österreichischen Immobilienmarkt aktiv waren.

Wie bereits im Vorjahr werden das Umfeld für die Immobilienwirtschaft und die steuerlichen Rahmenbedingungen für Immobilientransaktionen im Wesentlichen auch im Jahr 2019 stabil bleiben, sind sich 92 Prozent der Studienteilnehmer einig. Aufgrund des Anlagedrucks vieler Investoren und einer stabilen Wirtschaft sehen sie Österreich weiterhin als Vermieter- und Verkäufermarkt.

Auch transaktionsseitig zeigt sich die strategische Anpassung der Investoren: Der Verkauf bzw. selektive Ankauf ist jeweils für eine deutliche Mehrheit der Befragten die bevorzugte Investmentstrategie im „Late Cycle“ (82 Prozent bzw. 91 Prozent).

Etwas mehr Potential erkennen die Befragten hingegen in den Segmenten Logistik und Hotel. Der Trend steigender Preise im Wohnsegment wird sich im Jahr 2019 insbesondere in 1a- und 1b-Lagen fortsetzen, meinen 64 bzw. 60 Prozent der Befragten. Diese Einschätzung stellt eine erwartete Stabilisierung der Preise dar: Im Vorjahr erwarteten noch 83 Prozent der Teilnehmer Preissteigerungen in 1a-Lagen. Lediglich in Peripherie-Lagen geht die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) von gleichbleibenden Preisen aus.

Bei Logistikimmobilien in guten Lagen wird es für Käufer voraussichtlich teurer. Ähnliches gilt für Hotelimmobilien an Top-Standorten, wobei zwei Drittel der Befragten (78 Prozent) generell von einer Annäherung der Renditen zwischen Hotels und Büros ausgehen.

Im Bürosegment liegt der Investorenfokus mit 41 Prozent zwar weiterhin auf Wien - im Vorjahresvergleich entspricht dies jedoch einem Rückgang um 20 Prozent. Linz und Graz steigen währenddessen in der Gunst der Umfrageteilnehmer.