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Wie Corona das neue Arbeiten entfesselt

Prominente Talkrunde in den immo7 News

Autor: Charles Steiner

Mit dem heutigen Tag sind die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Coronapandemie noch einmal verschärft worden. Das nährt die Befürchtung, es könnte wieder zu einem zweiten Lockdown kommen. War der erste Shutdown für viele Unternehmen noch ein Lerneffekt in Bezug auf Neues Arbeiten, hat sich jetzt herausgestellt. New Way of Work funktioniert eigentlich ganz gut. Aber es wird Büroflächen nicht auf Dauer ersetzen können. Das war das Thema des ersten 5 o'clock Tea nach dem Lockdown am Donnerstag - mit prominenter Besetzung. Über die Entfesselung des neuen Arbeitens diskutierten dazu Bernhard Wiesinger, Facility & Resource Management beim Mobilfunkanbieter A1, Signa-CEO Christoph Stadlhuber, Ewald Stückler, Geschäftsführer von T.O.C. mit Chefredakteur Gerhard Rodler.

Nur weil Homeoffice funktioniert, heißt das nicht, dass man die Büroflächen in die eigenen vier Wände zur Gänze verlagern kann. Der möglichen Ersparnis an Büroflächen und damit an Mieten stehen der War of Talents, arbeitsrechtliche und vor allem organisatorische Probleme gegenüber, die nicht allein von Zuhause aus zu bewältigen sind. Oder, so Stückler: "Zuviel Homeoffice zerstört die Unternehmenskultur." Mitarbeiterbindung, Förderung, Teamarbeiten sind via Telekonferenzen nur eingeschränkt möglich, das Zugehörigkeitsgefühl an das Unternehmen leidet darunter. Dass man aber in den Büroalltag wie gehabt zurückkehrt, scheint ebenso unwahrscheinlich. Das klassische Großraumbüro hat ausgedient, statt Flächeneffizienz steht mehr die Qualität der Flächen im Vordergrund und überhaupt hat Corona einen bereits vorhandenen Trend nur beschleunigt, und zwar nachhaltig. Aber, so Stadlhuber: "Das Covid-Homeoffice ist etwas ganz Anderes als wenn man über Homeoffice als dauerhafte Einrichtung redet. Bei zweiterem tut sich am Ende ein riesiges Identitätsproblem für die Mitarbeiter auf. Es ist auch ein Unterschied, wenn der Mitarbeiter permanent oder für zwei bis drei Tage in der Woche auf Homeoffice ist, denn dort drängt sich dann die Frage auf, hat man noch einen fixen Arbeitsplatz, oder nicht." Erst, wenn man keine fixen Arbeitsplätze hat, kann man als Arbeitgeber auch Flächen reduzieren: "Wir wissen aber, dass die Frage um den fixen Arbeitsplatz Teil der Identität der Mitarbeiter ist", so Stadlhuber. Man habe zwar schon vor dem Lockdown begonnen, Flächen zu reduzieren, zu 100 Prozent ist das aber nicht möglich, sagt Bernhard Wiesinger: "Das liegt weniger daran, dass es ein Zuviel an Büroflächen gibt, sondern, dass wir unterschiedliche Qualitäten benötigen. Die Qualität der Fläche ist viel wichtiger als die Anzahl."

Das ganze Video zum Nachsehen gibt es hier.