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Neue Normalität bei Investments

Deutsche Investments sogar über dem Vorjahr

Autor: Charles Steiner

Von einer Krise ist am deutschen Investmentmarkt nichts zu spüren. Im Gegenteil: In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte mit rund 58 Milliarden Euro sogar der Wert des (Rekord)-Vorjahres übertroffen werden. Das geht aus einem aktuellen Marktbericht von JLL hervor. Und das, trotz (lockdownbedingter) Delle im zweiten Quartal! Dafür legte das dritte Quartal ordentlich zu.

„Wir sind optimistisch, dass diese Entwicklung nachhaltig ist. Die Gespräche mit Investoren lassen einen durchaus starken Endspurt vermuten. Unsere Jahreserwartung erhöhen wir auf 75 Mrd. Euro, nicht ausgeschlossen ein noch deutlich höheres Ergebnis. Aber in diesen Zeiten, in denen Corona so viel bestimmt, ist alles möglich“, meint Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany.

Wie ein Jahr zuvor konnten von Januar bis September 2020 rund 1.500 Einzel- und Portfoliotransaktionen registriert werden. Ende des dritten Quartals liegt weiterhin die Assetklasse Living auf Platz eins. Hier wurden insgesamt rund 19 Mrd. Euro investiert. Der größte Deal in den Monaten Juli bis Ende September ist diesem Sektor zuzurechnen: der Portfolioerwerb mit etwa 4000 Wohneinheiten in Berlin durch den schwedischen Konzern Heimstaden. Logistikimmobilien, die im Vergleich zum Vorquartal ein weiteres Plus von 20 Prozent erzielt haben, erreichen damit einen Anteil von 10 Prozent am gesamten Transaktionsvolumen. Unerschütterlich zeigt sich auch das Bürosegment, auf den 14,2 Milliarden Euro entfallen, jedoch hat es gegenüber dem Vorjahr mit rund 21 Milliarden Euro leicht eingebüßt.

Einzelhandelsgenutzte Immobilien konnten ihren relativen Anteil zumindest halten, was angesichts der immer noch fehlenden positiven Impulse für den Sektor schon als gute Nachricht zu werten ist. Insgesamt knapp 8 Mrd. Euro flossen im Dreivierteljahr in deutsche Einzelhandelsimmobilien. Schwierig bleibt die Lage nach wie vor bei Hotels. Der Anteil am gesamten Transaktionsvolumen für den Neun-Monats-Zeitraum liegt bei nur etwas über 2 Prozent.