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Wien bleibt auf roter Liste

Die UNESCO wird bei der Welterbetagung in Bahrain vom 24. Juni bis 4. Juli vorschlagen, Wien weiterhin als gefährdet einzustufen. Bis 1. Februar des kommenden Jahres wird Österreich über entsprechende Maßnahmen zur Erhaltung des Stadtkerns berichten müssen.

Autor: Charles Steiner

Das Wertinvest-Projekt am Heumarkt oder die geplante Erweiterung des Zurich-Gebäudes am Karlsplatz sorgt bei der UNESCO weiterhin für Unruhe. Bei der Welterbetagung, die Ende Juni bis Anfang Juli in Bahrain stattfindet, wird Österreich, genauer gesagt Wien, am 26. Juni auf der Tagesordnung stehen - und zwar unter dem Punkt gefährdete Stätten. Denn obwohl die UNESCO die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung zum Erhalt des Welterbestatus begrüßt, drängt sie weiterhin, das historische Zentrum in Wien als gefährdet einzustufen, sämtliche Forderungen und Bedenken rund um das Bauprojekt am Heumarkt bleiben aufrecht, wie die UNESCO in einer Mitteilung schreibt. Im heurigen Herbst hatte die UNESCO überdies angekündigt, eine offizielle UNESCO/ICOMOS Monitoring-Mission durchzuführen.

In der sogenannten Draft Decision der UNESCO, über die in Bahrain vom Welterbekomitee entschieden werden wird, seien, so die UNESCO, die Fakten in Wien gleichgeblieben. Man wolle damit einerseits die Vertikalisierung der vergangenen zehn Jahre stoppen (das Heumarkt-Projekt sieht unter anderem einen Wohnturm vor), zudem rufe man Österreich auf, die Planungs- und Kontrollinstrumente zur Erhaltung des Stadtkerns zu schärfen. Dezidiert steht in der Draft Decision drin, dass das Heumarktprojekt in Höhe, Volumen und architektonischem Konzept ist nicht mit dem Welterbe vereinbar sei. Gleiches gilt für das Zurich Gebäude am Karlsplatz sowie dem Umbau des Belvederestöckls im Schwarzenbergpark.

Bis 1. Februar des kommenden Jahres wird Österreich vonseiten der UNESCO aufgefordert, einen Bericht über die ergriffenen und geplanten corrective measures zu übersenden. Gabriele Eschig, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission erklärt: „Da die UNESCO / ICOMOS Monitoring-Mission erst im Herbst 2018 stattfindet, wird das Welterbekomitee in Bahrain die Ergebnisse abwarten. Die UNESCO möchte jede Chance nützen, die zu einem positiven Ergebnis und somit zu einem Verbleib Wiens auf der Welterbeliste führt. Die Bundesregierung hat somit einen Aufschub erwirkt, muss aber bis 1. 02. 2019 schriftlich die getroffenen sowie geplanten corrective measures, also konkrete Lösungsvorschläge, vorlegen.“

Österreich sei aktuell mit 10 Welterbestätten gelistet - 9 Kulturerbestätten und 1 Naturerbestätte. Dieses Jahr liege kein Antrag um Neuaufnahme von Österreich vor.