Immobilien Magazin

Wiener Bauordnung nun beschlossen

Die vielkritisierte Novellierung der Wiener Bauordnung wurde gestern im Wiener Landtag beschlossen. Für Bauträger, die eine Wohnbauwidmung anstreben, bedeutet das Zeitdruck.

Autor: Stefan Posch

Während die rot-grüne Stadtregierung die nun beschlossene Neue Wiener Bauordnung als „Meilenstein für die Sicherung des leistbaren Wohnens“ bezeichnet hagelte es im Vorfeld der Beschlussfassung Kritik. Neben dem Abriss-Stopp, der ja schon seit vergangenen Juli gilt, ist wohl die neue Widmungskategorie Geförderte Wohnbau die umstrittenste Neuerung der Wiener Bauordnung. Schließlich müssen zukünftig bei Umwidmungen auf Wohnen an 5.000 m² BGF - übrigens auch bei der Erhöhung der Bauklasse - 2/3 der Wohnfläche geförderter Wohneinheiten sein. Nur in begründeten Ausnahmefällen, wie etwa bei besonders komplexen und städtebaulich wünschenswerten Vorhaben, kann hiervon abgewichen werden.

Bauträger, die zwar Grundstücke für teures Geld angekauft haben, aber noch keine Widmung erhalten haben, kommen mit dieser Regelung unter Zeitdruck. Man hört, dass einige Bauträger sich nun beeilen, für ihre Grundstücke, etwa an der Wagramer Straße im 22. Wiener Gemeindebezirk, schnell noch eine Widmung zu bekommen, bevor die neue Regelung, die drei Monate nach der Kundmachung in Kraft tritt, wirksam ist. Wer zu spät ist, könnte unter finanziellen Druck geraten.

Für die Projekte jener Entwickler, die Flächen unter den bislang gültigen Rahmenbedingungen angekauft und seither im Dialog mit der Stadtplanung konsistente Entwicklungsschritte gesetzt hätten, seien angemessene Übergangsregelungen unbedingt erforderlich, um Vertrauensschäden abzuwenden, fordert deswegen der Verband der Österreichischen Immobilienwirtschaft ÖVI, der meint, dass noch ein wenig Zeit bleibt, um „die vom Gemeinderat zu beschließenden Durchführungsbestimmungen - durchaus in Einklang mit den städtischen Zielen - vernünftiger zu gestalten“. Der ÖVI würde auch eine Bandbreite von z.B. 50 bis 66 Prozent für den Anteil leistbarer Wohnungen begrüßen. Auch die von der Stadtplanung im „Fachkonzept Produktive Stadt“ definierten Ziele, wie die Stärkung von Bezirkszentren und die Co-Finanzierung von Infrastruktur, müssten als Mehrwert angerechnet werden.

Zu befürchten ist aber, dass es die Stadt nach dem überhasteten Baustopp im Juli neuerlich auf gerichtliche Auseinandersetzungen mit Projektwerbern ankommen lässt.

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