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Sanktionen gegen Coop Himmelb(l)au

Ukraine geht gegen Opernhaus auf der Krim vor

Autor: Charles Steiner

An sich ist Coop Himmelb(l)au um den Architekten Wolf D. Prix eher bekannt dafür, prestigeträchtige Projekte auf der ganzen Welt zu realisieren. Doch mit einem geplanten Opernhaus in der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Krim zog sich der Architekt den Unmut der Ukraine zu. Mehr noch: Der immo7 konnte als erstes Medium im Rahmen eines Interviews mit dem ukrainischen Botschafter Oleksander Schtscherba vergangenen Freitag in Erfahrung bringen, dass die Ukraine jetzt scharfe Sanktionen gegen Prix und dessen Büro verhängen wird. Demnach seien sämtliche Länder, in denen Coop Himmelb(l)au Büros unterhält - die Vereinigten Staaten, Großbritannen und Australien via Protestnote informiert worden, so Schtscherba, der die Sanktionen initiiert hatte. Weiters seien auch sämtliche ukrainischen Botschaften weltweit in Kenntnis gesetzt worden, mittlerweile prüft auch die ukrainische Regierung entsprechende Sanktionen, die auch Einreiseverbote mit sich bringen könnten. Schtscherba: "Wir werden dafür sorgen, dass das nicht ohne Folgen bleiben wird. Zwar ist der ukrainische Staat nicht verpflichtet, verhängte Sanktionen zu kommunizieren, es wird aber eine Überraschung geben." Schtscherba selbst habe auch mit dem Architekten Wolf D. Prix Kontakt aufgenommen, seinen Angaben zufolge sei das Gespräch nach kurzer Zeit erfolglos abgebrochen worden: "Leider hatte das Gespräch nicht den gewünschten Effekt, auch sei nicht der gebotene Respekt gegenüber einem Botschafter, gegen Sanktionen der EU und der ukrainischen Souveränität eingehalten worden. So geht das nicht. Die Welt soll erfahren, dass es in so einem Fall für Coop Himmelb(l)au nur einen Partner geben kann, und das ist Putin", so Schtscherba gegenüber immo7. Auf Nachfrage bei Coop Himmelb(l)au wollte man sich dazu nicht äußern, das Büro ließ ausrichten, dass man sich zu einem gegebenen Zeitpunkt dazu äußern wolle.

Dennoch schlug die Causa am Wochenende in den Medien große Wellen. Dort war bereits die Rede, dass das Projekt - eines von vier, das von Russlands Präsident Wladimir Putin in Auftrag gegeben wurde - bereits in Bau ist und auch die EU-Kommission sich mit der Sache wegen eines möglichen Verstoßes gegen die von der EU verhängten Sanktionen gegen Russland befasst.

Den Beitrag mit dem Interview mit dem ukrainischen Botschafter Oleksander Schtscherba finden Sie auf immo7