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WKW fordert Anpassung bei Widmung

Maßnahmenpaket für mehr Wohnraum veröffentlicht

Autor: Charles Steiner

Wohnraum in Wien ist knapp - und bebaubare Grundstücke Mangelware. Viel Potenzial, dennoch mehr Wohnraum schaffen zu können, sieht die Wiener Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder beim Thema Nachverdichtung. Allerdings scheitert diese oft an der Flächenwidmung. Fachgruppenobmann Michael Pisecky forderte heute Vormittag eine Anpassung der Wiener Flächenwidmung an den Stand der Zeit. Stein des Anstoßes ist für ihn nämlich, dass die bestehende Flächenwidmung aus den 1980er-Jahren stammt - zu einer Zeit, in der die Einwohnerzahl in Wien gesunken ist. Denn: Mitte der 1980er Jahre ging man bis 2030 noch von einem massiven Bevölkerungsrückgang auf 1,3 Millionen aus. Die gründerzeitlichen Gebiete wurden daher in Zeiten der Stadtflucht "abgezont". Das bedeutete, dass die Möglichkeit zur Verdichtung und zum Bauen in die Höhe (auf bestehende Häuser) massiv reduziert worden ist. Daher sind jetzt viele bestehende Häuser schon zu hoch und bieten kaum Möglichkeiten zu einem Ausbau. Ein eingeschossiger Dachausbau ist oft nicht rentabel und stellt im Vergleich zu einem 2- oder 3-geschossigen Ausbau eine Flächenverschwendung dar. Da Wien aber derzeit und in Zukunft aber wächst, ist die Prognose zur Bevölkerung durch die Stadt nicht mehr haltbar, die Flächenwidmung daher überholt. Vielmehr müsse die Flächenwidmung überarbeitet werden, damit sie auch einer Stadt mit bald zwei Millionen Einwohner gerecht wird. Das Resultat ist: Anstatt dass nachverdichtet wird, liegt der Fokus der Wohnbautätigkeit bei Neubauten seit Jahren auf der grünen Wiese oder auf ehemaligen Industrie- und Bahn-Arealen. Auf die Bebauungsmöglichkeiten im Bestand bzw. im Altbau wurden schlicht ignoriert. Auf eine Überarbeitung der Flächenwidmungspläne wurde vergessen. Pisecky: "Wien braucht im Wohnbau - neben vielen anderen Maßnahmen - dringend eine Änderung bei der Flächenwidmung. Wir hoffen, dass dabei endlich etwas weiter geht, hier gab es die vergangenen 10 Jahre nur Stillstand! Da braucht es - durchaus auch mit neuen Verantwortlichen - endlich eine Aktualisierung auf die gegenwärtige Situation und in weiterer Folge eine ständige Weiterentwicklung, statt des momentanen Verharrens in der Vergangenheit. Die Flächenwidmung ist im vergangenen Jahrhundert stecken geblieben." Zu den Maßnahmen, die Pisecky in diesem Zusammenhang fordert, zählt er neben einer Überarbeitung der Flächenwidmung zeitgemäße Konzepte zur Flächennutzung, Aufhebung der derzeitigen Beschränkung der Firsthöhe sowie höhere Widmungen in Bauklasse IV, die eine Höhe von 21 anstatt derzeit 16 Metern erlauben würde.