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Wohnbauforum über Getier am Baugrund

Hohe Mehrkosten für Bauträger

Autor: Stefan Posch

Die Geschichte ist allgemein bekannt. Im Jahr 2010/2011 erwarb das Österreichische Volkswohnungswerk eine Liegenschaft in Floridsdorf, um Wohnraum für die wachsende Bevölkerung zu schaffen. Doch vor dem Baustart meldete sich die Wiener Umweltschutzabteilung (MA22) und teilte dem Bauträger mit, dass schon streng geschützte Ziesel und Zauneidechsen das Grundstück als Wohnraum nutzen.

Es folgten zahlreiche Auflagen, die Schaffung von Ausweichflächen und Umsiedelungsanreize für die Tiere. Im Frühjahr 2016 wurden die Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen. Das IIR Jahresforum Wohnbau, das kürzlich in Wien tagte, hat sich mit dem „tierischen“ Thema auseinandergesetzt. Interessen von Tier und Bauträger seien schwer zu vereinen, heißt es in einer Aussendung. „Die Krot schlucken“ müsse in diesem Fall der Bauträger. Die Mehrkosten für den Bauprozess in Floridsdorf würden sich nach einer konservativen Schätzung im sechsstelligen Bereich befinden, erzählten Susanne Bock und Klaus Wenger-Oehn vom Österreichischen Volkswohnungswerk. In Zukunft werde man jedenfalls vor dem Kauf einer Liegenschaft überprüfen, was oder wer sich bereits im Baugrund eingenistet hat.