Immobilien Magazin

Wohnen und arbeiten nach COVID-19

Haben wir aus den letzten Wochen bzw. werden wir aus den nächsten Wochen etwas lernen? Wir sind hier positiver als uns die Vergangenheit lehrt, denn die Entwicklung einiger Themen war schon vor der Krise auf dem Weg und ist in den letzten Wochen beschleunigt worden.

Autor: Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI

Die Entwicklung der Digitalisierung hat Home-Office attraktiv gemacht, wer konnte, hat es schon vor der Krise genutzt - freiwillig. Nun musste es genutzt werden und es ist hoffentlich gelungen, auch die verbohrtesten Manager davon zu überzeugen, dass Produktivität und Motivation nicht davon abhängen, von wo man arbeitet, sondern wie Betriebsklima und Mitarbeiterführung funktionieren.

Lesson learned: Kontrollzwänge können auch bei im Home-Office arbeitenden Mitarbeitern befriedigt werden! Home-Office alleine am Küchentisch, eine tolle Sache. Die Krise hat aber zusätzliche Stressfaktoren in das Konzept Home-Office gebracht: alle daheim, alle gestresst, besonders die Kinder, alles unklar, ein Ende nicht absehbar. Und damit wird ein wichtiges Thema sichtbar: Es ist nicht egal, wie wir wohnen. Wohnungen sind mehr als nur Schlafstätten und Nutzungsflexibilität ist ein wichtiger Faktor. Die vorhandene digitale Infrastruktur unterscheidet das "Wollen" vom "auch Können". Da freut es, zumindest stundenweise, ein "Shared Office" anmieten zu können, um dem Stress ein bisschen zu entkommen.

„Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die viel weiter geht als über Home-Office nachzudenken.“

In Wirklichkeit stehen wir aber erst am Anfang einer Entwicklung, die viel weiter geht als über Home-Office nachzudenken. Denn Büro- und Wohnbauten sind nun in einem Zusammenhang zu sehen. Wenn es wirklich gelingt, Arbeitswelten neu zu betrachten, dann werden Bürobauten zukünftig mehr zur Interaktion und zum Arbeiten im Team dienen, konzentrierte, selbständige Arbeit zukünftig eher im Home-Office erledigt werden. Das muss sich, sollte es sich tatsächlich durchsetzen, auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Immobilien haben.

Ganz konkret braucht es neue gesetzliche und organisatorische Regeln für Home-Office, die vom Versicherungsschutz über die Kostentragung für z.B. die Anmietung von "Shared Offices" oder Errichtung einer digitalen Infrastruktur bis zum heißen Thema der Datensicherheit gehen. Home-Office erfordert, abgesehen von der Disziplin der einzelnen Menschen, eine viel klarere Trennung von Arbeit und Freizeit, denn es bedeutet nicht ständige Erreichbarkeit. Neue Formen der Mitarbeiterführung sind zu analysieren und zu verbessern, wobei "Management by Objectives" seit 1954 (übrigens vom Österreicher Drucker entwickelt) erfunden ist.

Die Kinderbetreuung muss anders geregelt werden als bisher und da es daheim keine EDV-Abteilung gibt, sind andere Konzepte der Schulung für das Verständnis der IT und der Fehlerbehebung vorzusehen.

Die positiven Effekte liegen klar auf der Hand: die CO²-Einsparung ist durch den Wegfall der Pendler deutlich sichtbar, der Verkehr entspannt, Nachhaltigkeitskriterien werden in vielen Bereichen sichtbar und in der Wichtigkeit aufgewertet. Daher wird sich die ÖGNI im verbleibenden Rest des Jahres 2020 auch intensiv mit dieser Frage beschäftigen. Wenn Sie an einer Mitarbeit interessiert sind, freuen wir uns darauf. Bitte verfolgen Sie die weiteren Schritte auf unserer Website, im Newsletter und auf unseren Sozialen- Medien-Kanälen.