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Wohnpreis-Anstieg im Billigsegment

Flüchtlinge treiben Preise im untersten Segment

Autor: Gerhard Rodler

Die Wohnungspreise in Deutschland sind weiter im Steigen - sowohl im Eigentums- wie auch im Mietsegment. Bemerkenswert ist dabei, dass sich dabei vor allem die Wohnungen in mittleren und einfachen Wohnlagen verteuern, während die Wohnungspreise in den guten Lagen zuletzt sogar geringfügig nach gegeben haben.

Das sind die Kernaussagen des AENGEVELT-Wohninvestment-Index AWI, der Stimmungen und Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung an den Wohnungsmärkten (Mietwohnungs- und Wohninvestmentsegment) hinsichtlich Angebot, Nachfrage, Miet-/Kaufpreise etc. erfasst. Dazu wird regelmäßig die Einschätzung von jeweils rund 200 Experten aus allen Bereichen der Wohnimmobilienwirtschaft eingeholt.

Besonders beachtenswert ist der Anstieg des AWI in den einfachen Lagen: Befand sich dieser noch Im Frühjahr 2015 mit 59,7 Punkten im Marktgleichgewicht, bewegt er sich mittlerweile auf dem Niveau der mittleren und guten Lagen. „Die Attraktivität einfacher Lagen ist u.a. als eine Reaktion auf die aktuelle Zuwanderung zu sehen, durch die kurz- und mittelfristig der Bedarf an Mietwohnungen vor allem in einfachen Lagen rasant gestiegen ist“, erläutert Michael Fenderl, Leiter AENGEVELT-RESEARCH. „Die Bautätigkeit in Deutschland steigt zwar, doch liegen die Neubaufertigstellungen immer noch rund ein Viertel unter dem 20-Jahres-Durchschnitt. Somit besteht i.d.R. weiterhin eine Wohnungsknappheit insbesondere in den Wachstumskernen. Das wird sich vor allem im Hinblick auf eine fortgesetzte hohe Migrationsrate absehbar nicht ändern.“ Vor diesem Hintergrund rechnet Fenderl gerade in einfachen Lagen mit einem stärker anziehenden Mietpreisniveau.