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Wohnungsmangel in Wien zeichnet sich ab

EHL und BUWOG präsentieren Wohnungsmarktbericht

Autor: Charles Steiner

Das rasante Bevölkerungswachstum in Wien wird über kurz oder lang eine Wohnungsknappheit zur Folge haben. Dieses Resümee zogen EHL Immobilien und die BUWOG Group im Rahmen der Präsentation ihres gemeinsamen Wohnungsmarktberichts. Diesem zufolge werde sich der Nachfrageüberhang vor allem im Bereich der kostengünstigen Wohnungen deutlich verschärfen. Gingen Experten in den vergangenen Jahren noch von einer Zuzugsquote von zwischen 25.000 und 30.000 Personen pro Jahr aus, ergaben aktuelle Statistiken im vergangenen Jahr einen Anstieg von bis zu 43.000 Personen jährlich. Bis 2035 soll es gut eine Million Haushalte in Wien geben. Damit würde eine Nachfrage von zusätzlichen 6.000 Wohnungen entstehen – eine Zahl, die nur mehr mit großen Wohnprojekten bewältigt werden könne, wie BUWOG-CEO Daniel Riedl konstatiert. Ähnlich sieht es Sandra Bauernfeind, Leiterin des Bereichs Wohnen bei EHL Immobilien: „Es gibt einfach zu wenig Angebot, um die steigende Nachfrage nach kostengünstigem Wohnraum befriedigen zu können“, so ihr Fazit. Grund sei nicht nur die Landflucht, sondern durch die Syrienkrise die immer größere Anzahl anerkannter Flüchtlinge, die es leistbar unterzubringen gelte.

Um der Nachfrage Sorge zu tragen sei, so Riedl, auch die Stadt Wien gefordert: „Wir brauchen schnellere Genehmigungsverfahren, wir müssen auf bestehenden Grundstücken größere Kubaturen bauen können und vor allem brauchen wir zusätzliches Bauland“, so der BUWOG-CEO. Michael Ehlmaier, Geschäftsführer von EHL Immobilien, fügt hinzu: „Es hilft nichts, wenn die Mieten gedeckelt werden, wenn der Wohnungssuchende keine Wohnung findet. Es braucht keine schärfere Mietenregulierung, sondern ein größeres Angebot.“ Geförderte Wohnungen sollen nicht nur durch besonders hohe Qualität für Menschen mit mittlerem Einkommen leistbar sein, sondern es müsse auch geförderte Wohnungen in akzeptabler Qualität für möglichst viele Menschen in den unteren Einkommensschichten geben.

Die Mieten stiegen im Vorjahr moderat um rund 1,5 Prozent, die Kaufpreise von Eigentumswohnungen um drei Prozent. Die Nachfrage sei auf „hohem Niveau stabil, Leerstände gibt es praktisch nicht“, wie Ehlmaier präzisiert. Im heurigen Jahr wird eine Steigerung von 1,25 Prozent im Miet- und um zwei Prozent im Kaufsektor erwartet. Keinen Anstieg gibt es bei Luxuswohnungen über 10.000 m².

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