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Zinshäuser bewiesen Standfestigkeit

Anzahl der Verkäufe sind stabil geblieben

Autor: Charles Steiner

Die Coronapandemie und die damit verbundenen Einschränkungen hatten auf den Zinshausmarkt nur marginale Effekte gehabt. Laut dem ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht von Otto Immobilien, der heute veröffentlicht worden ist, sind im Coronajahr 507 Häuser verkauft worden - und damit um nur zwei Prozent weniger als noch 2019. Für Eugen Otto, Chef von Otto Immobilien, hat sich damit das Zinshaus als einer der wesentlichsten Stabilisatoren für die Wiener Immobilienwirtschaft ausgezeichnet: „Keine Krise bringt dieses besondere Wiener Kultur- und Wirtschaftsgut mit seinem hohem, emotionalen Wertanteil ins Wanken.“

Obwohl im Vorjahr wieder die Milliardengrenze geknackt worden ist, ist das Gesamtvolumen um ein Drittel zurückgegangen. Grund dafür ist, dass es im Vorjahr wesentlich mehr Transaktionen im Bereich unter fünf Millionen Euro gegeben habe. Der Anteil jener Häuser unter fünf Millionen Euro machte 83 Prozent der Transaktionen aus, jene darüber sind gegenüber dem Vorjahr gesunken. Überdies habe es in keinem Bezirk Verkäufe über 100 Millionen Euro gegeben, auch im ersten Bezirk nicht. Daraus lässt sich schließen, dass trotz hoher Nachfrage und starker Knappheit nicht um jeden Preis gekauft würde. Allerdings hätten der 6. und 16. Bezirk sowie der 15. und 18. Bezirk einen Boom hingelegt, so Martin Denner, Leiter Research bei Otto. Während in Mariahilf und Ottakring die Transaktionsvolumina um 20 Prozent zugelegt hätten, sei die Anzahl der Verkäufe im 15. und 18. jeweils nahezu verdoppelt worden.

Der starke Rückgang an angebotenen Wiener Gründerzeit-Zinshäusern und die gleichzeitig starke Nachfrage haben dazu geführt, dass die Mindestpreise in einzelnen Bezirken deutlich zugelegt haben. Laut Jelena Pirker, Teamleiterin Zinshaus bei Otto werde kein Wiener Gründerzeithaus unter 1.770 Euro verkauft, Renditen von über drei Prozent sind nur mehr den Bezirken 10., 11., 21., 22. und 23. möglich. Die Spitzenrendite für das beste Objekt liegt mittlerweile bei 0,78 Prozent.

Zinshäuser werden auch weiter nachgefragt sein. Mittlerweile finden sich auch internationale Investoren wie das deutsche Investmenthaus aik (immoflash berichtete) im Käuferkreis, befindet Richard Buxbaum, Leiter Wohnimmobilien bei Otto.