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Nachfrage nach Zinshäusern steigt

Krisensicheres Betongold als Fels in der Brandung

Autor: Stefan Posch

Der Wiener Zinshausmarkt zeigt sich nicht nur coronaresistent, die Nachfrage nach Objekten hat sich während des Lock-downs sogar noch einmal verstärkt. Das berichten Franz Pöltl, Geschäftsführender Gesellschafter der EHL Investment Consulting, sowie Herwig Peham, Zinshausspezialist der EHL Investment Consulting bei der Vorstellung des EHL-Zinshausmarktbericht 2020.

"Die Nachfrage nach Zinshäusern war auch während der akuten Lockdown-Phase ungebrochen und ist heute so stark wie seit Jahren nicht mehr", erklärt Pöltl. Das liege auch daran, dass Zinshäuser vergleichsweise die negativen Auswirkungen der Krise kaum spüren. "Die Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum, vor allem in historischen Zinshäusern ist seit vielen Jahren unabhängig von der konjunkturellen Situation deutlich größer als das Angebot", so der Immobilienprofi. Da die Wohnungsmieten auf Grund des MRG in den Zinshäusern ohnehin weit unter den Marktmieten liegen würden, gebe es auch durch die Pandemie keine Befürchtungen, dass diese unter Druck geraten könnten oder es zu signifikanten Leerstehungen kommen könnte. Eine positive Entwicklung zeigen auch bereits die Zahlen von 2019 und Anfang 2020. "Das Marktvolumen hat sich 2019 positiv weiterentwickelt. Auch 2020 haben wir einen Trend nach oben gesehen", erklärt Peham. Im vergangenen Jahr konnte das Transaktionsvolumen noch einmal um 6 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro gesteigert werden. Auch die Anzahl der Transaktionen ist leicht angestiegen. Die Preise für Zinshäuser haben sich in den einzelnen Bezirken weiter nach oben orientiert. "Besonders herauszustreichen ist aufgrund der neuen U-Bahn-Linien dabei der 5. Bezirk", erklärt Peham, der auch den 20. Bezirk, als Alternative zum 2. Bezirk, sehr interessant findet. "Auch der 14. Bezirk hat sich gut entwickelt. In den Randlagen sind aktuell höhere Spitzenpreise zu erzielen als etwa vor 3 Jahren", so Peham. Eine preisliche Entwicklung nach oben habe es auch in den gehobenen Bezirken 18, 19 und 13 gegeben. Die Renditen sind dementsprechend weiter gesunken. "Ein Zinshaus rechnet sich kaum mehr über die Renditen und diese sind nicht das Entscheidende für die Käufer. Wichtiger ist die nachhaltige Vermietung und die langfristige Absicherung", erklärt Peham.

Franz Pöltl rechnet damit, dass gegen Jahresende der eine oder andere institutionelle Investor die Marktsituation nutzen könnte, um rechtzeitig vor dem Bilanzstichtag Gewinne zu realisieren. "Es wäre nicht überraschend, wenn auch sehr prestigeträchtige Objekte, die über Jahrzehnte hinweg nicht gehandelt wurden, jetzt wieder auf den Markt kommen", so Pöltl, der sich nicht über ein fehlendes Angebot am Markt sorgt: "Wir haben einen guten Zugang zu verkaufswilligen Bestandshalter. Deswegen haben wir da eine besondere Stellung am Markt."

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