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Zwangsversteigerungen rückläufig

Wegen fehlender Gerichtstermine

Autor: Charles Steiner

Die Zahl der Zwangsversteigerung von Immobilien hat sich im vergangenen Jahr rückläufig entwickelt. Das liegt laut einer Analyse von Smart Facts Data Service allerdings nicht an einem tatsächlichen Rückgang von entsprechenden Anträgen, vielmehr stockt der Gerichtsbetrieb aufgrund der Coronaviruspandemie. Demnach hätte eine Vielzahl an Terminen verschoben, abgesagt oder neu angesetzt werden. Hingegen ist das Schätzwertvolumen das von 2018 auf 2019 aufgrund von einigen zur Versteigerung gelangten Großobjekten um ein Viertel auf 408 Millionen Euro gestiegen war, ist von 2019 auf 2020 wieder um ein Drittel auf 267 Millionen Euro zurückgegangen. Das entspreche dem ursprünglichen Niveau, korrigiert um den Rückgang an Terminen sowie einem geringen Aufschlag aus der allgemeinen Wertsteigerung.

2020 ist die Anzahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine deutlich um 16,6 Prozent zurückgegangen.

In absoluten Zahlen bedeutet das, dass im Schnitt nur mehr etwa 100 ZV-Termine pro Monat anberaumt worden sind. Etwas mehr als die Hälfte (ca. 54 Prozent) dieser Termine entfallen auf Wohnimmobilien, ein schwaches Drittel (ca. 30 Prozent) auf Gewerbeimmobilien, das restliche Sechstel (etwa 16 Prozent) betrifft Grundstücke, so die Analyse.

Vergleicht man diese Werte mit dem langjährigen, recht stabilen Verhältnis der Anteile von Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien und Grundstücken von 59 Prozent zu 25 Prozent zu 16 Prozent, hat 2020 eine Verschiebung in Höhe von ca. fünf Prozentpunkten von Wohn- zu Gewerbeimmobilien stattgefunden. 2021 wird zu beobachten sein, ob sich diese Entwicklung fortsetzen wird oder ob sie eher durch statistische Zufälle und/oder die Ausnahmesituation des Jahres 2020 verursacht worden ist.