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Immobilienzyklus vor der Trendwende?

Schwächelnde Weltwirtschaft drückt auf die Stimmung

Autor: Stefan Posch

Der globale Immobilienwirtschaft kennt seit vielen Jahren nur die Richtung nach oben. Doch laut dem RICS Global Commercial Property Monitor„ (GCPM) für das dritte Quartal 2019 deutet einiges auf eine leichte Stimmungseintrübung in weiten Teilen des Immobiliensektors hin. So habe unter anderem die Bedenken hinsichtlich der nachlassenden konjunkturellen Dynamik zugenommen.

Das schwierigere gesamtwirtschaftliche Umfeld wurde jedoch in einigen Volkswirtschaften teilweise durch geldpolitische Maßnahmen wie Zinssenkungen und eine Rückkehr zur quantitativen Lockerung ausgeglichen. Die etwas eingetrübte Stimmungslage schlägt sich auch in den Ergebnissen des Mietmarktindexes Occupier Sentiment Index (OSI) und des Investmentmarktindexes Investment Sentiment Index (ISI) nieder. Der ungewichtete Durchschnitt der wesentlichen Märkte und größeren Schwellenländern verzeichnete einen Rückgang im zweiten Quartal von jeweils 0 auf -11 bzw. von +4 auf -4. Auch wenn die zugrunde liegenden Komponenten dieser Indizes Unterschiede zum Vorquartal aufzeigen, geht die RICS trotz der wirtschaftlichen Stagnation lediglich von einer leichten Stimmungseintrübung aus. Mehr als die Hälfte der Befragten aus den untersuchten Schlüsselmärkten geht davon aus, dass sich der Sektor entweder in einer Abschwungphase oder kurz vor einer Trendwende im aktuellen Zyklus befindet. Dieser Anteil hatte zuvor bei 40 Prozent gelegen. Auf der anderen Seite ist der Anteil derjenigen, die den Markt in einer Aufschwungphase sehen, auf ca. 15 Prozent gefallen und ungefähr 30 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich der Markt in der Hochphase des aktuellen Zyklus befindet.

Trotz der eingetrübten Stimmung hinsichtlich der aktuellen Marktphase wird insgesamt weiterhin von einer so genannten “sanften Landung" des Sektors und nicht von einem plötzlichen Crash ausgegangen. Die bereits erwähnten OSI- und ISI-Indizes unterstützen diese These größtenteils. Auch die Antworten auf die Frage nach den Prognosen in Bezug auf die Entwicklung der Immobilienpreise in den kommenden 12 Monaten entsprechen diesem Bild. Sie weisen kaum Veränderungen gegenüber dem zweiten Quartal auf und deuten auf eine Stagnation hin. Die europäischen Märkte schneiden aber weiterhin relativ gut ab. Insbesondere Deutschland und die Niederlande verzeichnen eine stabile Entwicklung (mit Ausnahme des Einzelhandelssektors). In Großbritannien ist weiterhin die Unsicherheit in Verbindung mit dem Brexit zu spüren, was sich auch auf das Investorenverhalten auswirkt.